Sie erarbeiten unsere Zukunft
Die zehn Jungunternehmen im Kurzporträt

9t labs: 3D-Drucker für Carbonteile

Das Jungunternehmen 9t labs hat einen 3D-Drucker entwickelt, der Bauteile aus Carbon herstellen kann. Damit können sie Kosten senken und Carbon zum endgültigen Durchbruch verhelfen. „Carbon“ ist schon heute als Werkstoff kaum zu toppen. Es ist fester als Stahl, aber bis zu fünfmal leichter. Deshalb kann dieser Faserverstärkte Kunststoff überall eingesetzt werden, wo Widerstandsfähigkeit gefragt ist, gleichzeitig aber das Gewicht minimiert werden soll. In der Luft- und Raumfahrt zum Beispiel, aber auch in der Robotik, der Medizinaltechnik und bei Freizeitgeräten wie Fahrrädern. Das Problem: Aufgrund der aufwendigen Herstellung und langen Produktionsentwicklungszyklen ist Carbon im Vergleich zu Aluminium oder Stahl teuer. Dies wollen die drei ETH-Absolventen mit ihrem Spin-off ändern.

www.9tlabs.com
Hauptsitz: Zürich

Agrosustain: Verlängerte Haltbarkeit von Obst und Gemüse

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen schätzt den Wert der jährlichen Lebensmittelabfälle auf 1 Billion Franken. Davon gehen 60 Mrd. Franken durch Pilzpathogene in Obst und Gemüse verloren. Bis heute gibt es keine natürlichen Lösungen gegen Pilzpathogene, die sehr oft in Lagereinrichtungen ein grosses Problem sind. Das Lausanner Start-Up-Unternehmen AgroSustain hat ein Produkt entwickelt, das Früchte und Gemüse vor Pilzpathogenen schützt. AgroShelf + wird nach der Ernte angewendet und verlängert die Haltbarkeit von Gemüse, Obst, Beeren, Getreide und Schnittblumen in Frischobst- und Gemüselagern um mindestens sieben Tage.

www.agrosustain.ch
Hauptsitz: Epalinges (VD)

Archilyse: Neue Methoden für Bewertung, Planung, Vermarktung und Beratung in der Immobilienbranche

Die Immobilienbranche nutzt das Potential der Digitalisierung bisher noch kaum. Zugleich basieren Architekturinterpretation und -verständnis heute ausschliesslich auf Expertenwissen. Die Software des ETH-Spin-offs Archilyse erlaubt nun erstmals, Architekturqualität vollumfänglich und objektiv zu messen. Mit Hilfe von Simulationen und Maschinellem Lernen werden Erkenntnisse aus bestehenden Datensätzen gewonnen. Die Ergebnisse sind dabei schneller und genauer als die von bisherigen manuellen Ansätzen. Sie helfen Nutzern bei verschiedenen Architekturinterpretation, zum Beispiel für Mietpreisbewertung oder Arbeitsplatzoptimierung, und führen zu Kosteneinsparungen in jeder Phase der Immobilien-Wertschöpfungskette.

www.archilyse.com
Hauptsitz: Zürich

Dicronis: Messung der Lymphaktivität

Das ETH-Spin-off Dicronis entwickelt diagnostische und therapeutische Produkte für Krankheiten mit hohem medizinischem Bedarf. Das erste patentierte Produkt heisst Lymphit und ermöglicht zum ersten Mal die Messung der Lymphaktivität. Diese ist zum Beispiel bei der Frühdiagnose von Lymphödemen relevant – einer häufigen Komplikation bei Krebstherapien. Durch Lymphit kann die lymphatische Funktion einfach, sicher, minimal-invasiv und kosten-effizient gemessen werden. Das geschieht mittels Mikronadeln für die Freisetzung eines Fluoreszenzfarbstoffes in die Haut und die Messung dessen Aufnahme von dem lymphatischen System dank eins tragbaren Geräts.

www.dicronis.com
Hauptsitz: Zürich/Monteggio (TI)

Involi: Unfallverhütung in der Luft

Im normalen Luftverkehr existiert eine riesige Infrastruktur zur Überwachung von Flugzeugen. Bis zu einer Höhe von 600 Metern fehlt diese aber. Hier, wo sich Drohnen bewegen, ist der Luftraum nicht kontrolliert. Das birgt Risiken, weil Drohnen nicht erkennen, wie sich andere Teilnehmer im Luftraum bewegen. Das 2017 gegründete Jungunternehmen Involi hat deshalb eine Plattform entwickelt, die Daten aus einem Netzwerk von Kontrolltürmen sammelt und die Drohnen so sensibilisiert. Dadurch werden Kollisionen in der Luft verhindert. Das Sensorennetzwerk hat Involi zusammen mit Telekommunikationsunternehmen aufgebaut. Unter anderem mit der Swisscom.

www.involi.com
Hauptsitz: Renens (VD)

Komed Health: Leben retten dank optimaler Kommunikation

Die Vision des Jungunternehmens Komed Health AG ist es, die führende integrierte Kommunikationsplattform für das Gesundheitswesen zu schaffen. Diese soll durch vereinfachte, sichere und vernetzte Kommunikation den Alltag von Angehörigen der Gesundheitsberufe erleichtern und sogar Leben retten. Heute werde in vielen Spitälern noch mit veralteten Kommunikationsformen wie Festnetztelefon, Pager und Fax gearbeitet, kritisiert das Zürcher Start-Up. Mit ihrer Lösung soll sich das ändern. Ihre Plattform vereinfacht, bündelt und organisiert die Echtzeitkommunikation zwischen Ärzteteams, wodurch diese effizienter arbeiten, Patienteninformationen sicher teilen und so schneller fundierte Entscheidungen treffen können.

www.komed-health.com
Hauptsitz: Zürich

Miro Analytical Technologies: Neue Dimension der Schadstoffmessung

Schadstoffe in der Atmosphäre belasten die Umwelt und bergen gesundheitliche Risiken für den Menschen. Das Empa-Spin-off «MIRO Analytical Technologies» hat eine Methode entwickelt, um zehn Treibhausgase und Schadstoffe gleichzeitig mit nur einem Gerät und beispielloser Geschwindigkeit und Präzision zu analysieren. Das Gerät basiert auf neuster Lasertechnologie und ersetzt Messstationen, die bisher ganze Container füllten. Es ermöglicht damit – neben Kosteneinsparungen – völlig neue messtechnische Anwendungen, wie zum Beispiel mobile Luftschadstoffmessungen.

www.miro-analytical.com
Hauptsitz: Dübendorf (ZH)

Modum: Neuste Generation Lieferkettenüberwachung mit Blockchain

Lieferungen so genau zu überwachen, dass am Ende überprüft werden kann, ob die gelieferten Produkte während ihrer Reise z.B. keine bestimmte Temperatur überschritten oder keine zu grossen Erschütterungen erlebt haben – das ist die Innovation der Modum AG. Sie bietet Überwachungslösungen mittels Blockchain, die einfach anzuwenden und für eine Vielzahl von Anwendungen – einschließlich Pharmaanwendungen – einfach zu integrieren sind. Ohne Blockchain könnte man diese Sensormessungen nachgängig manipulieren. Das Zürcher Jungunternehmen garantiert nun vertrauenswürdige Daten, die die gesetzlichen und internen Qualitätsanforderungen erfüllen. Derzeit arbeitet Modum mit der Post und SAP zusammen.

www.modum.io
Hauptsitz: Zürich

Spacetek: Echtzeit-Prozesssteuerung neu definiert

Können die Technologien, welche für die Raumfahrt entwickelt wurden, nicht auch flächendeckend Anwendungen in der Industrie finden? Diese Idee liegt der Firma Spacetek Technology zugrunde, einem Spin-off der Universität Bern. Es ist spezialisiert auf die Herstellung von Massenspektrometern, welche auf Weltraumtechnologien basieren. Die Geräte erlauben präzise Analysen von Proben auf atomarer sowie molekularer Ebene in weniger als einer Sekunde. Sie sind äusserst kompakt und werden direkt in industriellen Anlagen zu Prozess- und Qualitätskontrollen von Gasen und Flüssigkeiten eingesetzt.

www.spacetek.ch
Hauptsitz: Gümligen (BE)

Optimo Medical: Bessere Ergebnisse von Augenoperationen

Optimo Medical ist eine Bieler Medizintechnikfirma, welche sich auf Augenheilkunde spezialisiert. Sie entwickelt Softwareapplikationen, welche Augenärzte dabei unterstützen, Operationen des grauen Stars und andere Augenoperationen patientenspezifisch zu planen und so das Resultat präziser vorherzusagen. Die Chirurgen haben durch die Software die Möglichkeit, die Operation auf der simulierten Hornhaut des Patienten virtuell testlaufen zu lassen, um die bestmöglichen Operationsparameter zu finden. Damit sind die Zeiten vorbei, in denen statistische Berechnungen entschieden, wo die Operationsschnitte angesetzt werden.

www.optimo-medical.com

Hauptsitz: Biel