Lockerlassen und Aufgeben gibt’s nicht

Das Bild zeigt die Optotune Gründer Mark Ventura, David Niederer und Manuel Aschwanden bei der Übergabe des ZKB Pionierpreis Technopark im Jahr 2009. Vor 12 Jahren schon hat Optotune den ZKB Pionierpreis Technopark gewonnen. Seitdem ist die Firma auf sage und schreibe 180 Mitarbeitende angewachsen und unterhält Standorte in Dietikon, der Slowakei und Taiwan. Die Firma ist deshalb ein gutes Beispiel für einen unserer sehr erfolgreichen Preisträger. Im Interview mit den Gründern wollten wir den Grund dieses Erfolgs etwas besser verstehen.

Manual Aschwanden, CEO, co-founder

Mark Ventura, Vice President Sales & Marketing, co-founder

David Niederer, Vice President Research & Development, co-founder

 Könnt Ihr Euch noch an die Preisverleihung erinnern?

Natürlich. Auch wenn es schon 13 Jahre her ist, können wir uns noch sehr gut an den schönen Event im Technopark erinnern. Bei der Preisverleihung weiss man ja nie, ob man gewinnt und es ist immer ein sehr emotionales Erlebnis, einen solchen Preis zu gewinnen. Was uns besonders in Erinnerung geblieben ist, war der Networking Apero nach der Preisverleihung wo wir mit sehr vielen Investoren ins Gespräch gekommen sind. M.A

Was hat es Euch gebracht, in der damaligen Situation?

Das Preisgeld hat es uns ermöglicht, ohne Investoren erste Erfolge zu erzielen, konkret Bau von Prototypen, Einreichen erste Patente. Dank dem finanziellen Polster konnten wie die Investorensuche in Ruhe angehen und schlussendlich sogar eine Finanzierungslösung mit einem strategischen Kunden finden. M.V

Wie seht Ihr den Preis (persönlich) mit anderen Preisen, die Ihr erhalten habt?

Der Pionierpreis war absolut seriös, aber zum Vorteil der Gründer sehr effizient aufgesetzt. Gelder, die a-fonds-perdu gesprochen werden, können voll eingesetzt werden. M.V

Ausgezeichnet wurde die Firma seinerzeit für die Entwicklung von adaptiven Linsen mit variabler Brennweite. Inwieweit spielt dieses Produkt heute noch eine Rolle in der Firma und was hat Euch bewogen, auch auf andere Produkte in das Portfolio mit aufzunehmen?

Die Flüssiglinsen sind nach wie vor unser Kerngeschäft, wo wir unangefochten den Markt anführen und weiter innovieren. Optik umfasst ein breites Spektrum an Anwendungen, wo im Verkauf und oft auch in der Produktion Synergien und Ideen entstehen. So sind wir immer wieder auf spannende Problemstellungen gestossen, die noch nicht optimal gelöst sind. Gerne kombinieren wir unsere Kenntnisse in Optik und Aktorik um kompakte, performante und zuverlässige Lösungen zu finden, wenn es darum geht Licht dynamisch zu steuern (‚dynamic light control‘). M.V

Gibt es Tipps, wie Ihr es erreicht habt, so zu wachsen?

Gas geben! Es geht darum, dass sich jeder in jeder Situation und Fragestellung darum bemüht, stets das Allerbeste zu geben, nach besten Wissen und Gewissen. Lockerlassen und Aufgeben gibts nicht. Damit werden irgendwann die Resultate auch sichtbar: ein gutes und starkes Team, die richtigen Kunden in den richtigen Märkten, die wir mit den richtigen Produkten beliefern dürfen. D.N

Wie war die persönliche Umstellung für die Gründer, von einem kleinen familiären Team zu einem KMU mit HR, autonomen Teams, internationalen Standorten etc. Hattet Ihr dabei Unterstützung?

Wir waren und sind alle – zusammen mit der Firma – in einem intensiven Wachstumsprozess und damit immer wieder mit Änderungen und neuen Situation konfrontiert. Ich nehme an ich spreche hier für alle Gründer: die vielen Gelegenheiten wo wir ein Ziel erreicht haben, eine Lösung für ein Problem gefunden haben, oder aber auch gemeinsam eine schwierige Situation durchstanden haben, waren und sind Momente die unser Leben sehr stark bereichern und uns sicherlich prägen. Dabei ist natürlich neben den Beziehungen im beruflichen Umfeld auch unser privates Umfeld und insbesondere die eigene Familie sehr wichtig und Basis um diesen Weg erfolgreich gehen zu können. D.N

Was sind die gegenwärtigen Herausforderungen für Optotune?

Wenn wir mal von Corona und dessen direkten Konsequenzen und Unsicherheiten absehen gibt es da mehrere schöne Herausforderungen, mit denen wir uns beschäftigen dürfen. Da wäre insbesondere das Thema Wachstum und Produktivität. Wir erwarten längerfristig steigende Verkaufszahlen, die wir mit der aktuellen Infrastruktur noch nicht angemessen bedienen können – entsprechend sind wir dabei uns in verschiedenen Bereichen besser zu positionieren. Aber auch Themen wie «digitalisierte Produktion und Organisation», «langfristige Sicherung der Innovation» oder die geopolitische Lage zwischen USA und China sind aktuell. D.N

Wie stark ist Optotune seit dem Pionierpreis gewachsen und expandiert?

Optotune hat momentan etwa 180 Mitarbeiter. Diese sind verteilt auf den Hauptsitz in Dietikon, einen Entwicklungs- und Produktionsstandort in der Slovakei und Verkaufsbüros in Asien. M.A

Was ist die Mission und Vision von Optotune?

Unsere Mission ist es das Leben der Menschen, mit Hilfe von Innovationen in dynamischer Lichtsteuerung, zu bereichern. Die Vision von Optotune ist es, die Lösung der Wahl für optische Systeme zu sein, welche dynamische Lichtsteuerung benötigen. M.A

Welchen Rat können Sie jungen Schweizer Tech-Start-ups geben?

Als Unternehmer durchlebt man ständig ein Wechselbad der Gefühle mit unglaublichen Erfolgen jedoch auch vielen Rückschlägen. Deshalb soll man Erfolge feiern und Rückschläge nicht persönlich nehmen. M.A

Optotune develops and manufactures industry shaping active optical components that allow customers around the globe to innovate. Founded in 2008, we started out with our core technology of focus tunable lenses, which was inspired by the working principle of the human eye. Laser speckle reducers, 2D mirrors, tunable prisms and beam shifters are further additions to our product lines. Thanks to our deep understanding of optics and mechanics and a passion for technology, Optotune is your ideal partner when it comes to solving challenges where conventional optics fail.