Von der Preisgewinnerin zum Jurymitglied

Prof. Dr. Emanuela Keller ist die leitende Ärztin der neurochirurgischen Intensivstation am Universitätsspital Zürich. Ihr fortwährendes Streben nach immer wieder neuen und innovativen Behandlungsmethoden hat sie aber auch zur Unternehmerin gemacht. „Ich wollte damals Schlaganfallpatienten besser helfen können und habe neue Behandlungsmethoden gesucht.“ Sie gründete die Fima NeMoDevices im Jahr 2007 zusammen mit Partnern von der ETH Zürich und erhielt 2008 den ZKB Pionierpreis Technopark.

Emanuela Keller und Jürg Fröhlich präsentieren das neue Hirndurchblutungs-Messgerät. Foto von Adrian Baer, NZZ, 19. März 2008

Sie ist überzeugt, dass der volkswirtschaftliche Nutzen von wissenschaftlichen Erkenntnissen nur durch Unternehmertum realisiert werden kann. Aus diesem Grunde ist sie seit zwei Jahren Mitglied der Jury des Pionierpreis. „Beim Pionierpreis engagiere ich mich, um solch neue Entwicklungen zu fördern. Aus dem gleichen Grund bin ich auch Mitglied im Innovationsrat der Innosuisse. Ich habe selbst auch Forschungsgelder erhalten während meiner wissenschaftlichen Tätigkeit und möchte hier etwas zurückgeben.“

Emanuela geniesst aber auch die herausfordernde und kollegiale Atmosphäre in der Jury: „In der Jury ist das Fachwissen sehr komplementär. Es finden konstruktive und respektvolle Diskussionen statt, auch wenn wir nicht immer der gleichen Meinung sind. Dadurch finden wir uns aber am Schluss eigentlich immer.“ Ferner schätzt sie das interdisziplinäre Fachwissen der Jurykolleginnen und -kollegen: „Innovation entsteht, wenn mehrere Disziplinen zusammenkommen. In diesem Sinne habe ich damals auch die NeMoDevices als Neurointensivmedizinerin zusammen mit Spezialisten in der Elektronikentwicklung gegründet.“ 

Video: Unitectra.

Die Firma NeMoDevices heisst inzwischen Luciole Medical und nimmt erst jetzt richtig Fahrt auf, d.h. die Produktion wird langsam hochgefahren. Emanuela erinnert sich noch genau an die Preisverleihung: „Der Preis damals war sehr wichtig für uns. Einerseits bezüglich der Anerkennung und für unser Selbstbewusstsein. Er half aber auch konkret, Investoren zu finden. Generell hat er uns zum Weitermachen motiviert.“ 

In diesem Sinne können wir hoffentlich noch viele weitere Gewinner zum Weitermachen und «Durchbeissen» motivieren.